Kohle verliert als Energieträger europaweit an Bedeutung

Braun- und Steinkohle spielen bei der Stromversorgung nach wie vor eine große Rolle. In Deutschland lag ihr Anteil am Energiemix 2016 immerhin bei gut 40 Prozent.

Dennoch verliert Kohle als Energieträger in den letzten Jahren europaweit an Bedeutung. Das lässt sich unter anderem daran erkennen, dass zwischen 2005 und 2008 neue Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von fast 50.000 Megawatt angekündigt wurden.

Wie in einer Studie der Oxford Universität zu lesen ist, wurde davon letztlich jedoch nur ein kleiner Teil tatsächlich umgesetzt. Von 65 geplanten Kraftwerken wurden lediglich 12 mit einer Gesamtleistung von circa 10.000 MW gebaut. Die übrigen Projekte wurden abgesagt.

In Großbritannien wurden zum Beispiel sämtliche Bauvorhaben gestoppt, während in Deutschland, bezogen auf die Leistung, immerhin 30 Prozent realisiert wurden, beziehungsweise werden.

Der Grund für diese Trendwende ist unter anderem der gestiegene Einsatz von erneuerbaren Energien. Sinkende Strompreise haben dazu geführt, dass die Wirtschaftlichkeit der geplanten Kraftwerke oft nicht mehr gegeben war.

 

Warum das positiv ist

Kohlekraftwerke tragen einen großen Anteil zum Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase bei. Dieser liegt deutlich über dem von Kraftwerken, die mit Erdgas betrieben werden, und ist selbstverständlich um ein Vielfaches höher als bei der Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien.

In Deutschland, wo Kohlestrom traditionell große Bedeutung hat, stammen rund 85 Prozent aller Emissionen der Stromerzeugung von Kohlekraftwerken.

Soll der Klimawandel aufgehalten werden, kommt der Reduzierung des Kohlestromanteils daher eine wichtige Rolle zu.

Abgesehen von Aspekten des Umweltschutzes sorgen Kohlekraftwerke zudem für eine hohe Schadstoffbelastung der Luft und stehen daher aufgrund von Gesundheitsrisiken in der Kritik. Daran konnte auch die Ausrüstung mit modernen Filteranlagen nichts ändern.

 

Die größten Produzenten von Kohlestrom

Deutschland ist für rund 50 Prozent der gesamten Stromproduktion aus Braunkohle in der EU verantwortlich und zusammen mit Großbritannien und Polen für mehr als 50 Prozent des Stroms aus Steinkohle.

Würden diese Länder es schaffen, den Anteil der Kohle an ihrem Strommix deutlich zu senken, brächte das nicht nur große Vorteile für die Umwelt mit sich. Es würde zudem auch zu einer Reduzierung der Schadstoffbelastung in der Luft beitragen.

 

Die Zukunft der Stromerzeugung

Langfristig muss eine CO2-neutrale Stromproduktion das Ziel für Europa sein. Gelingen wird das jedoch nur, wenn der Anteil an Kohlekraftwerken weiter reduziert wird.

Der Branchenverband der europäischen Elektrizitätswirtschaft (Eurelectrics) hat in diesem Zusammenhang im April 2017 angekündigt, dass seine Mitglieder ab 2020 nicht mehr in Kohlekraftwerke investieren wollen. Bis 2050 soll dann eine komplett CO2-neutrale Stromversorgung möglich sein.

Es bleibt zu hoffen, dass dieses Vorhaben auch tatsächlich in die Tat umgesetzt wird und der Weg für eine nachhaltige Energiewirtschaft geebnet wird.